Pferdezähne schieben zeitlebens aus ihren Zahnfächern nach und reiben sich dementsprechend an der Kaufläche ab. Der Zahnbogen des Unterkiefers hat physiologisch eine engere Stellung als der des Oberkiefers, wodurch es zu einer unregelmäßigen Abnutzung der Backenzähne und Entstehung von Zahnspitzen und -haken kommt.

 

Durch die heute gängigen Haltungs- und Fütterungsweisen (oft zu wenig oder zu weiches Rauhfutter bei klein aufbereitetem Kraftfutter) wird die Bildung derartiger Zahnkanten und –haken begünstigt. Sie stellen wesentliche Störfaktoren für die Biomechanik des Kiefergelenks, den Kauvorgang, die Maulschleimhaut und die Maulhygiene dar.

 

In weiterer Folge können sie zu sekundären Problemen wie z.B. Kolikanfälligkeit, Abmagerung, Leistungsabfall oder auch Rittigkeitsproblemen führen!

 

Aber auch nicht vollständig gewechselte Milchzähne (Milchzahnkappen an den Vormahlzähnen), Zahn- und Gebissfehlstellungen, Wolfszähne, scharfe Hengstzähne, usw. führen zu oben genannten Symptomen.

 

Daher sollten Sie Maul und Zähne Ihres Pferdes mindestens einmal jährlich tierärztlich untersuchen lassen!

 

Erst im Alter von 4-5 Jahren ist der Zahnwechsel des Pferdes komplett abgeschlossen. Während dieser Zeit kommt es im Kiefer und in der Maulhöhle zu zahlreichen Umbauvorgängen (im Alter von ca. 2,5 Jahren wechseln bis zu 12 Zähne gleichzeitig!).

 

Deshalb empfehle ich gerade vor dem ersten Anreiten und Gewöhnen an die Trense eine genaue Untersuchung von Maulhöhle und Zähnen!